Meerwissen

An dieser Stelle möchten wir Ihnen gerne ein paar Zeitungsartikel und aktuelle Themen von, mit und ĂŒber uns prĂ€sentieren.

Wir wĂŒnschen Ihnen viel Spaß beim schmöckern!

Auf ein Wasser mit… Heike Thomas

Eckdaten des HansenS Haus am Meer

  • 4 Sterne Hotel am SĂŒdufer des Zwischenahner Meers direkt am Kurpark
  • im Juli 1997 eröffnet, Inhaberin KĂ€te Hansen
  • 71 Zimmer in verschiedenen Kategorien inkl. einer Suite, insgesamt 134 Betten
  • Gastro-Angebot: Restaurant ,,HansenS À la Carte“, ein PanoramacafĂ© und Hotelbar ,,Absacker“
  • https://www.hausammeer.de/

Steckbrief Heike Thomas

  • Direktorin des Hotels HansenS Haus am Meer seit Nov. 2011
  • 1965 in Uelzen, staatlich geprĂŒfte Hotelbetriebswirtin
  • Vorstandsmitglied des DEHOGA Kreisverbandes Ammerland
  • Bei der Oldenburgischen IHK im Berufsbildungs- und PrĂŒfungsausschuss
  • Engagiert fĂŒr diverse Bad Zwischenahner Touristik-Einrichtungen
  • Mitglied im Arbeitskreis Barrierefreiheit Bad Zwischenahn
  • Ehrenamtliche Richterin beim Sozialgericht Oldenburg

Frau Thomas, Sie machen bei „Trinkwasser mobil“ mit, dem regionalen Service zum Gratis-AuffĂŒllen der mitgebrachten Wasserflasche. Was hat Sie dazu bewogen?

In einer hiesigen Touristik-Publikation habe ich von diesem Projekt gehört. Ich habe diesen Artikel zunĂ€chst beiseite gelegt, da wir im Sommer richtig viel zu tun hatten. Ich fand die Idee sehr interessant und hab‘ mir den Bericht im Herbst wieder von meinem Stapel gezogen und uns dann auch gleich angemeldet. Bewogen hat mich der Nachhaltigkeitsgedanke der Aktion, die sehr gute WasserqualitĂ€t von Bad Zwischenahn und der Region und nicht zuletzt die Wegnahme der Schwellenangst, ein Hotel zu betreten.

 

Der AuffĂŒll-Service richtet sich an Wanderer und Radler. Ist das die Klientel fĂŒr ein 4-Sterne-Haus mit Wellness-Angebot?

O ja, wir haben sehr viele GĂ€ste, die uns wegen des Radelns und Wanderns besuchen kommen und hier Ihren Urlaub verbringen. FĂŒr die Tagestouristen ist es ein Highlight, aus unserem Restaurant heraus oder von unserer Terrasse ĂŒber den Kurpark hinweg auf das Zwischenahner Meer zu schauen. Bei uns können Sie vom großen Trubel wunderbar abschalten und gleich um die Ecke sind unsere GĂ€ste schon wieder in der Stadt.

 

Sie beteiligen sich neben dem AuffĂŒll-Service auch am Tafelwasserausschank. Warum? Und wie funktioniert das bei Ihnen?

Wir haben in der Vergangenheit immer Geld fĂŒr das Glas Tafelwasser genommen. Nicht fĂŒr das Wasser, sondern fĂŒr die Dienstleistung, das ist der fĂŒr uns relevante Kostenfaktor: ein Glas sauber aus dem Regal zu nehmen und dies im gleichen Zustand wieder heil zurĂŒckzustellen. Heute servieren wir Trinkwasser kostenlos, zum Espresso sowieso schon immer, aber auch als Gratis-Durstlöscher. Ich meine, dass sich die Zeiten geĂ€ndert haben und wir diese Zukunftsorientierung einfach aufnehmen mĂŒssen, auch wenn die Dienstleistung jetzt noch teurer ist und wird. Erwartungen von GĂ€sten, jĂŒngeren vor allem, Ă€ndern sich. Wir bieten das Glas Tafelwasser zwar nicht offensiv an, aber wenn ein Gast das von sich aus bestellt, erhĂ€lt er dies.

Hoteldirektorin Heike Thomas erzĂ€hlt bei einem gepflegten Glas Wasser, warum sie bei „Trinkwasser mobil“ mit von der Partie ist und inwiefern Wanderer und Radler am Zwischenahner Meer auch sonst voll auf ihre Kosten kommen

Welche Angebote macht Ihr Haus Radlern? Wir haben von einem „Pedalbrausecocktail“ gehört, was ist das Spritziges?

Den Pedalbrausecocktail gibt es mit und ohne Alkohol und er ist meistens saisonal ausgerichtet. Das Spritzige darin ist allerdings kein Wasser, wir greifen fĂŒr diesen Drink eher zu Prosecco oder Sekt – auch fĂŒr die alkoholfreie Variante. Ansonsten bieten wir Radlern unterschiedliche Arrangements an, in denen das Fahrrad samt Umgebungskarte sowie die gute AmmerlĂ€nder Luft fĂŒr die Lunge und die Reifen schon inkludiert sind. ZusĂ€tzlich kitzeln wir tĂ€glich die Sonne: in der Hoffnung, dass diese sich zeigt. Auch fĂŒr alle, die ein Picknick unterwegs lieben, haben wir das richtige Angebot. An die Wanderer haben wir ebenso gedacht wie an die Hundeliebhaber, Schlemmer, Seeleute, Entspanner, Gartenliebhaber, Golfer und den wertvollen „Rest“. In unserer Tiefgarage bieten wir UnterstellplĂ€tze fĂŒr die FahrrĂ€der, Lademöglichkeiten fĂŒr E-Bikes, und es stehen Fahrradpumpen bereit. Auch reservieren wir bei hiesigen Fahrradvermietungen RĂ€der oder E-Bikes. Teilweise werden diese angeliefert.

 

Die abwechslungsreiche Parklandschaft Ammerland ist eine Radregion par excellence: Haben Sie eine Empfehlung fĂŒr Besucher? Falls Sie selbst fahren: Haben Sie eine Lieblingstour?

Jetzt haben Sie mich erwischt (lacht). Ich selbst nehme mir wenig Zeit fĂŒr Fahrradtouren. Beim ersten Lockdown bin ich viel ums Zwischenahner Meer geradelt. Diese AusflĂŒge habe ich sehr genossen, und ich habe es als sportliche Herausforderung genommen, immer ein paar Minuten schneller zu werden. Das hat zwar leider nicht immer geklappt, ich gebe es zu, aber es gab immer wieder neue Entdeckungen. Die Strecke ist einfach klasse, wenn nicht so viele FußgĂ€nger unterwegs sind. Im letzten Jahr sind wieder tolle neue Streckennetze mit guten Ausschilderungen angelegt worden. Unsere GĂ€ste sind jedes Mal ganz begeistert und auch die „WiederholungstĂ€ter“, die zu uns kommen, entdecken immer wieder neue Ziele. Die Ebene frei von Steigungen ist natĂŒrlich eine Wonne. Auch die Tour an die Nordsee ist zu bewĂ€ltigen, zumal mit E-Bikes
 Ich selbst besitze ĂŒbrigens keins und möchte auch vorerst noch darauf verzichten.

 

Was empfehlen Sie Besuchern, die per pedes den Pedalen vorziehen?

Hier bietet sich auf jeden Fall die Rundtour ums Zwischenahner Meer an, das Moor und die vielen FĂŒhrungen, die hier angeboten werden. Beispielsweise „So schmeckt Bad Zwischenahn“, eine Art kulinarische Promenade, bei der auch wir eine Station sind. Wir servieren einen vegetarischen Kursalat aus Belugalinsen – mega lecker – und dazu ein Glas „Kurchampagner“. Das ist kristallklares Wasser frisch aus dem Zapfhahn. Köstlich! Der Park der GĂ€rten darf selbstverstĂ€ndlich ebenso wenig fehlen wie die AmmerlĂ€nder Rhodoparks in der BlĂŒtezeit. Auch empfehlenswert: die BroschĂŒre mit Spazierwegen rund um Bad Zwischenahn mit Themenwegen wie „Von MĂŒhle zu MĂŒhle“ oder „Durch Wald und Wiesen“. Die Landschaft hier hat mich auf meinem Weg zu meinem VorstellungsgesprĂ€ch damals schon komplett eingenommen. Ich erfreue und begeistere mich immer noch an den wunderschönen Produkten der Baumschulen.

 

Eine unvermeidliche Frage in dieser Zeit: Wie kommt Ihr Betrieb aktuell durch die Pandemie?

Mir blutet das Herz. Unser Team ist sehr geschrumpft. Alle Kollegen*innen sind eher lĂ€nger im Haus und sehr untereinander verbunden. Wir haben derzeit zehn Auszubildende weniger. Aufgrund der Pandemie mussten wir ein Jahr aussetzen. Wir konnten einfach nicht ordentlich ausbilden. Die QualitĂ€t liegt mir sehr am Herzen. Insgesamt sind wir 22 Personen mit unterschiedlichsten Arbeitszeitenmodellen weniger. Wir haben viel umdenken mĂŒssen, Öffnungszeiten verĂ€ndert und die Angebote angepasst. Jetzt hofft unser gesamtes Team sehr, zum FrĂŒhjahr neue Crewmitglieder an Bord holen zu können. Wir sind sehr ambitioniert, passende KrĂ€fte in unserem Team aufzunehmen.

 

Wie schĂ€tzen Sie die weitere Entwicklung fĂŒr Ihr Haus und die Gastronomie hier im Ammerland ein?

Bei uns gehen sehr viele Buchungen ein. Ich denke, wir werden das Hotel mit Restaurant wieder richtig hervorragend belegen können, wenn wir weitere tĂŒchtige Kollegen*innen an Bord haben und die EinschrĂ€nkungen wieder zurĂŒckgenommen werden. Wichtig ist, dass wir alle, das Team und unsere GĂ€ste, gesund bleiben. Wir sind optimistisch und nehmen jede Herausforderung an.

Das Ungeheuer von Bad Zw’ahn: Die Plastik erinnert an den legendĂ€ren Riesenwels mit einem Faible fĂŒr Dackel – und sauberes Wasser

„Loch Ness“ hat ein Ungeheuer, das Zwischenahner Meer ebenfalls: zu bewundern ist der Riesenwels als Skulptur auf dem Marktplatz. Haben Sie das Zwischenahner Nessi-Pendant je in natura gesehen?

Ich habe mich noch nicht ins Wasser „getraut“. Und auch hat mir Zwischenahns Nessi seinen Kopf noch nicht entgegengestreckt. Daher habe ich hier keine lebendigen BerĂŒhrungspunkte. Einen Hund besitze ich auch nicht. Daher könnte dieser auch nicht vom Ungeheuer gefressen werden. Denn es heißt immer mal wieder, Hunde, vorzugsweise Dackel, wĂŒrden vom UngetĂŒm mit Vorliebe verschlungen.

WILLKOMMEN IM TEAM!

Unsere neuen Azubis im Jahr 2019

Eine sehr starke Riege. 9 tolle Menschen ergÀnzen jetzt unser Team. Wir sagen herzlich willkommen. Wir freuen uns riesig!
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH

FREISPRECHUNGSFEIER

Wir, das gesamte Team vom HansenS Haus am Meer, gratulierten herzlich zu ihren bestandenen PrĂŒfungen und freuen uns sehr, dass 4 der Lieben bei uns bleiben!

Tsiriandonala Andriaherimalala zum Koch nach nur 2,5 Jahren Ausbildung bleibt im Haus als Commis de Tournant CĂ©sar Augusto de Castro Campos zu seiner bestandenen PrĂŒfung zum Restaurantfachmann Martina Bredehorn als Hotelfachfrau bleibt im Haus als Verkaufskoordinatorin Zireta Barjamaj als Jahrgangsbeste Restaurantfachfrau bleibt im Haus als Commis de Rang Adnan Hazem Mshko als Fachkraft im Gastgewerbe bleibt unserem Bankettteam treu.

PERSONALMANGEL AUCH IM AMMERLAND

„Gastro-Branche hat ein Imageproblem – das ist ungerecht“

Jobs in der Gastronomie und Hotellerie sind bei jungen Leuten nicht besonders beliebt. Dabei ist die Branche ein entscheidender Wirtschaftsfaktor im Ammerland. Wie schlimm ist der FachkrĂ€ftemangel – und was spricht fĂŒr einen Job im Restaurant oder Hotel?

AMMERLAND Gutes Personal ist schlecht zu bekommen. Dieser Satz gilt auch in der Gastronomie. Immer weniger junge Menschen wollen das Hotel- oder Restaurantfach erlernen. Und so mancher Betrieb muss auf ungelernte AushilfskrĂ€fte zurĂŒckgreifen. Dabei ist der Tourismus und mit ihm Gastronomie und Hotellerie ein entscheidender Wirtschaftsfaktor im Ammerland. Die NWZ beleuchtet die Thematik „FachkrĂ€ftemangel im Gastgewerbe“ unter verschiedenen Aspekten.

‱ Die Agentur fĂŒr Arbeit
ZunĂ€chst einmal wollen wir Zahlen sprechen lassen. Doch: Einen genauen Überblick ĂŒber unbesetzte Stellen in der Gastronomie zu erhalten, ist schwierig. Claudia Zimmermann, Pressesprecherin bei der Agentur fĂŒr Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, erklĂ€rt: „Freie Stellen mĂŒssen dem Arbeitsamt nicht gemeldet werden.“ Hinzu komme, dass die Statistik alle gastronomischen Berufe – also auch beispielsweise Köche – umfasse. Im Jahresverlauf, sagt Zimmermann, seien die Zahlen sehr schwankend. Schließlich ist die Gastronomie zum Teil ein SaisongeschĂ€ft. Ende Oktober waren Zimmermanns Angaben zufolge 33 offene Stellen im Ammerland gemeldet. Dem standen 18 Bewerberinnen bzw. Bewerber gegenĂŒber.

‱ Die IHK
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) kann Zahlen zur Ausbildung beisteuern. Danach haben ammerlÀndische Unternehmen in diesem Jahr folgende neue AusbildungsvertrÀge abgeschlossen. 25 junge Frauen und MÀnner erlernen den Beruf Koch/Köchin, acht wollen Restaurantfachleute, elf Hotelkaufleute und 15 Hotelfachleute werden. FachkrÀfte im Gastgewerbe:
zwei. Allein im Ammerland gibt es nach IHK-Angaben (Stand Mitte des Jahres) 376 Betriebe im Gastgewerbe. Laut IHK-Pressesprecher Michael Bruns sind FachkrĂ€ftemangel und Rekrutierung von Auszubildenden ein großes Thema. „Der FachkrĂ€ftemangel ist, nach dem was wir von den Betrieben hören, dramatisch, nicht nur im Ammerland.“ Dabei spiele auch folgender Aspekt eine Rolle: Die Ausbildungsberufe hĂ€tten ein Imageproblem bei jungen Leuten.

‱ Der Dehoga
„Unsere Branche hat ein schlechtes Image“, sagt auch Bernd Voss. „Das ist aber ungerecht.“ Voss betreibt in Westerstede das gleichnamige Schokoladenhotel samt Restaurant Vossini, hat 70 Angestellte und ist im Ammerland Vorsitzender des Deutschen Hotel- und GaststĂ€ttenverbandes (Dehoga). In Zeiten des Personalmangels könne sich kein Betrieb erlauben, seine Mitarbeiter nicht korrekt zu behandeln. „Eine ordentliche Entlohnung und ein Freizeitausgleich zum Beispiel mĂŒssen heute sein – nicht nur bei den FachkrĂ€ften, sondern auch bei den Aushilfen. Ich halte zum Beispiel den Mindestlohn fĂŒr eine gute Sache.“ Voss fĂ€hrt fort: „Dass es im Gastro- und Hotelgewerbe zu einem Mangel an Personal gekommen ist, hat einen simplen Grund: Es werden heute mehr Leute als noch vor zehn Jahren gebraucht.“ Das liege unter anderem an den verschiedenen Schutzvorschriften, die inzwischen einzuhalten seien. „Zehn Stunden dĂŒrfen maximal am Tag gearbeitet werden. So wie frĂŒher Überstunden zu machen, ist nicht mehr erlaubt. Also haben viele Betriebe eine Art Schichtdienst eingefĂŒhrt.“ Voss sieht die Angestellten in einer guten Position. „Sie mĂŒssen sich nicht mehr alles bieten lassen. Sie können jederzeit kĂŒndigen und werden woanders mit Kusshand genommen.“ RegelmĂ€ĂŸig bietet der AmmerlĂ€nder Dehoga Servierkurse an. So will man Quereinsteiger fĂŒr die Gastronomie gewinnen. Doch bei dem jĂŒngsten – vier Abende umfassenden – Lehrgang waren kaum Laien zu finden. Die meisten der Teilnehmer sind gekommen, um ihre Fertigkeiten zu verfeinern.

‱ Der Lehrer
GĂŒnther Kreuzer ist Ehrenvorsitzender der Sektion Weser-Ems im Verband der Serviermeister. Er reist durch die Region, um Nachwuchs- und AushilfskrĂ€fte zu schulen. Bei ihm lernen die Kursteilnehmer nicht nur, wie man einen Tisch vom Molton-Schutzbelag bis zu Messer und Gabel richtig eindeckt, sondern auch, wie Speisen und GetrĂ€nke unfallfrei auf den Tisch kommen. Dazu gibt es eine kleine Speisen- und GetrĂ€nkekunde und weise Worte: „Der Gast zahlt Euer Gehalt. Seid immer nett, freundlich und höflich. Wenn ein Gast nicht zufrieden ist, legt Euch nicht mit ihm an, sondern holt Euren Vorgesetzten.“ Zwischendurch fragt Kreuzer immer wieder Begriffe ab, gibt Hilfestellung, macht die richtige Handhaltung vor, biegt Finger zurecht, richtet Handgelenke aus. Die Arbeit am Gast sei eine großartige Arbeit, sagt er. Und wirbt mit Anekdoten aus seiner langen BerufstĂ€tigkeit fĂŒr sie.

‱ Die Erfahrene
Annette (52, ihren Nachnamen möchte sie nicht in der Zeitung veröffentlicht sehen) hat schon als VerkĂ€uferin und Zahnarzthelferin gearbeitet. Seit 19 Jahren ist sie nun in Köhnckes Hotel in Metjendorf tĂ€tig. An diesem Abend ist sie dafĂŒr zustĂ€ndig, dass die Kursteilnehmer mit GetrĂ€nken versorgt werden. Angefangen hatte Annette, damals Mutter kleiner Kinder, als Minijobberin im Gastgewerbe. „Das war sehr praktisch. Ich war tagsĂŒber zu Hause, um mich um die Kinder zu kĂŒmmern. Mein Mann hat das dann abends gemacht.“ Heute ist sie mit 20 Stunden fest angestellt. Sie liebt die Arbeit und den Kontakt zu Menschen. Ihrer eigenen Tochter rĂ€t sie allerdings von einer Ausbildung in der Branche ab. „Das Private leidet. Wenn die anderen frei haben, muss man arbeiten. Freundschaften lassen sich so nur sehr schwer pflegen.“

‱ Die Auszubildende
Viktoria Hapelt lernt das Hotelfach in Hansen’s Haus am Meer in Bad Zwischenahn. Die 21-JĂ€hrige ist im ersten Lehrjahr und mag den Kontakt zu Menschen. „Mir gefĂ€llt aber vor allem, dass der Beruf so abwechslungsreich ist. Man ist viel in Bewegung.“ Das Hotelfach umfasst neben der Arbeit an der Rezeption, im BĂŒro und im Housekeeping (Putzen der Zimmer und BĂ€der) auch die Bereiche KĂŒche und Restaurant. Hoteldirektorin Heike Thomas lobt ihre junge Mitarbeiterin, ihr Engagement und ihr schon nach kurzer Zeit großes fachliches Können: „Viktoria ist genau richtig in dem Beruf.“

KOCHEN UND SERVIEREN:

JUGENDMEISTERSCHAFTEN

Kochen und servieren: Das ist eine Kunst, zeigten Tom Janssen und Zireta Barjamaj.
Das zu beachtende Motto beim Vorentscheid der Jugendmeisterschaft war das TrendgetrĂ€nk Gin. FĂŒr jeden Gang gab es bestimmte Zutaten, die von den Auszubildenden verwendet werden mussten. NWZ-Leser waren beim Probeessen dabei.

OLDENBURG Ein leckerer Duft zieht sich durch den gesamten Saal, die Tische sind schön gedeckt und die GĂ€ste hungrig. Jedes kleinste Detail wurde auf das Thema „Culinary-Gin-Tasting Weekend“ abgestimmt. Das Trend-GetrĂ€nk Gin also ist das Motto.

14 Schulen nehmen am diesjĂ€hrigen Landesvorentscheid der Jugendmeisterschaften in den gastgewerblichen Ausbildungsberufen teil – darunter auch die Gastgeberschule BBS 3 Oldenburg mit vier AnwĂ€rtern auf den Sieg: Zireta Barjamaj, Senay Yavuz, Tom Janssen und Calvin Kurzweg.

Gin-Sensation

Zireta, 22 Jahre alt, ist angehende Restaurantfachfrau in Hansens Haus am Meer in Bad Zwischenahn. Senay, 18 Jahre alt, wird Hotelfachfrau im Romantik Hotel Jagdhaus Eiden. Im gleichen Ausbildungsbetrieb schwingt der 22-Jahre alte Koch Tom die Pfannen. WĂ€hrend die drei ein Arrangementkonzept erstellen mĂŒssen, beweist der angehende Fachmann fĂŒr Systemgastronomie Calvin sein Talent in verschiedenen Einzeldisziplinen unter dem Motto „Gin-Sensation-Oldenburg“.

Zwei ganze Tage verbringen die Teilnehmer unter anderem damit, VerkaufsgesprĂ€che zu fĂŒhren, zu kochen und an der Bar zu arbeiten. Dabei werden sie die ganze Zeit von PrĂŒfern aus ganz Niedersachsen beobachtet und bewertet. Kriterien der Juroren sind zum Beispiel Geschmack, Aussehen der Gerichte, Sauberkeit, Hygiene und die Rohstoffverarbeitung.

Großer Bestandteil des Wettbewerbes ist der Teamgedanke, was besonders wĂ€hrend des PrĂŒfungsessens deutlich wurde. Unter den geladenen GĂ€sten befinden sich auch vier Gewinner, die ĂŒber die NWZ die Teilnahme am Drei-GĂ€nge-MenĂŒ gewonnen haben: Antje Kirchhoff, Carsten Neunaber, Lisa Kositz und Nico Seifert. „Ich habe beim Gewinnspiel mitgemacht, weil ich selber Koch bin“, sagt Neunaber.

Parallel zum Servicebetrieb, den Senay und Zireta vorne bei den GĂ€sten ausĂŒben, kocht Tom hinten in der KĂŒche fleißig die Gerichte. Die Pflichtelemente sind Makrele (Vorspeise), Schweinefilet (Hauptspeise) und dunkle KuvertĂŒre (Dessert). Zu jedem der GĂ€nge werden passende Weine schwungvoll von den Restaurant- und Hotelfachleuten eingeschenkt. Jedes Nachschenken wird begleitet von einem gekonnten Wechsel der Arme, ohne dabei auch nur einen Tropfen zu verschĂŒtten.

Finale des Oldenburger Teams ist eine Zartbitter-Schaumcreme im Himbeer-Schokoladen-Crisp mit Apfel-Basilikumsorbet und einem KĂŒchlein. Dabei sind auch die ServicekrĂ€fte gefragt. Die Auszubildende Zireta flambierte die FrĂŒchte fĂŒr den Nachtisch vor den Tischen der GĂ€ste und unter strenger Beobachtung der Jury.

Brennen fĂŒr Beruf

Begeistert fragt ein Gast nach, ob man Tom als Koch mieten könne. Dieser lacht und entgegnet mit einem „vielleicht“. Dass die Auszubildenden fĂŒr ihren Beruf brennen, merkte man deutlich nach dem Essen. Geschafft aber glĂŒcklich plauderten sie noch mit ein paar GĂ€sten „Das haben Sie alle ganz toll gemacht“, lautet vielfach das Lob.

Begleitet und vorbereitet wurden die SchĂŒler von ihren Lehrern. Gunter Bode, Mentor von Tom, berichtet: „Tom zog wie ein Jumbo-Jet durch die Ausbildung und brennt dafĂŒr.“ Zehn Stunden wöchentlich trainierte er mit seinem Sprössling bereits fĂŒr den Bundeswettbewerb Rudolf-Achenbach-Preis, bei dem der 22-JĂ€hrige den 2. Platz belegte.

Senay und Tom haben sich damals fĂŒr eine Ausbildung im Gastronomiebereich entschieden, weil ihre Eltern teilweise auch in dem Bereich arbeiten. „Außerdem mochte ich schon immer gerne essen“, betont Tom.

„Es funktioniert nur, wenn die Betriebe mitmachen“, erwĂ€hnt Jörg Radszuweit, Lehrer an der BBS 3 Oldenburg, der zum Organisationsteam gehört. Bei der Organisation des Wettbewerbs wirkten nicht nur Lehrer und SchĂŒler des Fachbereichs Gastronomie mit, sondern auch Auszubildende aus den Bereichen Hauswirtschaft, Kosmetik sowie Floristen.